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1. Dezember, 2016 von //

AWO Oberlausitz beteiligt sich an sachsenweiter „Graswurzelinitiative“

Die Erzieherinnen und Erzieher in Sachsens Kindertagesstätten sind für den 6. Dezember aufgerufen, ihre Einrichtungen zwei Stunden früher als üblich zu schließen.

Die Aktion steht unter dem Titel „Licht aus – Bildungsplan an“ und wird von der sogenannten Graswurzelinitiative, in der sich Erzieherinnen und Erzieher, freie Träger sowie Elternvertreter zusammengeschlossen haben, initiiert. Mit dabei sind am 6. Dezember auch Einrichtungen der AWO Oberlausitz:

  • Kita „Pfiffikus“ in Großschweidnitz
  • Kita „Spatzennest“ in Friedersdorf
  • Kita „Kinderhaus“ in Jonsdorf
  • Kita „Pfiffikus“ in Großhennersdorf
  • Kita „Am Zauberwäldchen“ in Görlitz
  • Hort „Hochsteinfüchse“ in Kleindehsa

Die zwei Stunden sollen genutzt werden, um Forderungen aus dem Sächsischen Bildungsplan umzusetzen. „Viele Erzieherinnen und Erzieher sowie Leiterinnen und Leiter in den sächsischen Kitas erledigen Vorbereitungen in ihrer Freizeit, damit die Qualität der Arbeit auf dem derzeitigen Niveau gehalten werden kann. Dies geht zu Lasten ihrer Gesundheit und führt zu weiteren Ausfällen in den Kitas“, sagt Jens Kluge, Leiter des Integrativen AWO-Kinderhauses „Kuschelkiste“ in Zwickau und einer der Macher hinter der Graswurzelinitiative.

An die sächsischen Landtagsabgeordneten von CDU und SPD hat die Initiative mit Blick auf den noch bis Ende des Jahres zu beschließenden Doppelhaushalt 2017/2018 vier konkrete Forderungen: pro Woche zwei Stunden Vor- und Nachbereitungszeit, Wiedereinführung des kostenlosen Vorschuljahres, mehr fachliche Unterstützung für Leiterinnen und Leiter von Kitas sowie eine Verbesserung des bundesweit schlechtesten Betreuungsschlüssel in Kindertagesstätten und Kinderkrippen. Silke Brewig-Lange, die Vorsitzende des Stadtelternrates Chemnitz, nennt noch ein weiteres Argument: „In Dresden laufen derzeit die letzten Verhandlungen zum sächsischen Haushalt 2017/2018. Wenn wir noch Änderungen im Interesse der Kinder und Erzieherinnen und Erzieher erreichen wollen, dann müssen wir jetzt noch einmal ein deutliches Zeichen setzen“, sagt sie.

Nach Meinung der Elternvertreter sollten die Eltern den Tag auch nutzen, um mit den Erzieherinnen und Erziehern über deren Arbeitsbedingungen ins Gespräch zu kommen. Weil es aus beruflichen Gründen dennoch einigen Eltern schwer fallen wird, ihr Kind zwei Stunden früher als üblich aus der Kita abzuholen, wird es in den Einrichtungen eine Notfallbetreuung geben.

Alle Forderungen der Graswurzelinitiative finden Sie unter www.die-bessere-kita.de sowie unter www.facebook.com/DieBessereKita